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Karnischer Höhenweg mit Sabine Sommer 2001
   

Dieses Jahr sind Sabine und ich im Juli eine Woche lang den karnischen Höhenweg von West nach Ost gewandert. Diese Strecke hatten wir wieder im DAV Summit Club-Katalog gesehen, gleichzeitig war uns der Weg von mehreren Freunden empfohlen worden.
Auch diesmal hatten wir mit dem Wetter Glück, nur ein Regentag, allerdings oft Gewittergefahr. Wir hatten 2 Tage für Gipfel reserviert; der Hochweißstein hatte so früh im Jahr noch recht viel Schnee in der schwarzen Rinne, ein Risiko, das wir nicht eingehen wollten und die Hohe Warthe, die wir von Süden her besteigen wollten, ist buchstäblich ins Wasser gefallen. Dafür haben wir den Weg um 2 weitere Tage bis zum Nassfeld verlängert.
Wieder waren wir mit der Bahn unterwegs, sind am Samstag morgen von München losgefahren, über den Brenner bis nach Franzensfeste und in den Zug nach Innichen umgestiegen. Dort sind wir mittags angekommen und haben uns erstmal 2 große Pizzen genehmigt. Anschließend sind wir mit dem Bus nach Vierschach gefahren, um von dort aus mit der Helm-Bahn den Aufstieg abzukürzen.
2 der 3 Zinnen, die dritte ist versteckt Das alles war von mir incl. der Busfahrenzeiten und der Mittagszeiten der Gondel vorher im Internet genauestens recherchiert worden, und mal wieder zeigte sich, daß nicht nur die im Vorteil sind, die lesen können, sondern daß auch ein Auswerten der gelesenen Informationen wertvoll sein kann. Mir war entgangen, daß diese Gondel ihren Sommerbetrieb am Sonntag, den 8.7.01 wieder aufnimmt - und wir hatten Samstag, den 7.7 (deshalb war der Parkplatz auch so leer ...).
Sillianer Hütte im Morgenlicht, im Hintergrund die Hohen Tauern Wegen der drohenden Gewitterwolken sind wir mit einem Taxi nach Sexten gefahren und waren eine halbe Stunde später mit einer anderen Gondelbahn auf dem Weg zur benachbarten Helm-Bergstation. Glück gehabt. 1 1/2 Stunden später trafen wir zusammen mit den ersten Regentropfen auf der gemütlichen Sillianer Hütte (2447 m) ein.

   

Am Sonntag sind wir von der Sillianer Hütte zur Obstanzer Hütte (2304 m) gegangen. Nachdem morgens der Himmel fast wolkenlos war, hat es mittags schon wieder zugezogen und am späten Nachmittag gewittert.
Wir sind am Anfang auf der italienischen Seite gegangen und sind dadurch versehentlich am ersten "richtigen" Gipfel (Hollbrucker Spitz, 2581 m) vorbeigegangen. Der Weg läuft größtenteils auf dem Grat und nach einem Sattel werden noch die Gipfel Demutspitze, Schöntalhöhe und Eisenreich (2665 m) überstiegen. Um diese Jahreszeit gab es noch einige Schneefelder, die zu Ausweichmanövern und Klettereien zwangen - noch früher im Jahr möchte ich den Weg nicht gehen.
Kurz nach Mittag waren wir schon an der Obstanzer Hütte, die traumhaft an einem See liegt. Man kann entweder direkt in den Talkessel absteigen, oder ihn noch ein Stück umrunden und von einem Sattel aus von Süden her absteigen, was wir gemacht haben.

Blick von der Sillianer Hütte nach Westen, ins Pustertal Blick von der Sillianer Hütte nach Norden Blick auf die Sextener Dolomiten Obstanzer Hütte am Nordende des Obstanzer Sees
   

Am Montag war morgens wieder gutes Wetter - aber wir hatten auch nur Sicht nach Norden ... als wir auf dem Weg zur Neuen Porzehütte (1924 m) zuerst in den Obstanzersattel stiegen, sahen wir über den Dolomiten schwarze Gewitterwolken, später hörten wir mal aus der Ferne Gewittergrollen; danach lösten sich die Gewitter auf. Am Anfang führt der Weg auf dem Grat über die Pfannspitze und knapp unter dem Kl. Kinigat vorbei, dann südlich über harmlose Schuttreissen am Großen Kinigat vorbei.
Anschließend ist es nicht mehr weit bis zur Filmor-Standschützen-Hütte (2350 m). Eine ganz kleine Hütte, die sehr schön renoviert ist, es gibt auch einige Lager. Dann erstmal hinab ins Tal, dann wieder auf einen Sattel (hier wanderten wir das erste Mal durch ein Meer von Alpenrosen, die jetzt gerade in voller Blüte standen) und um einen Talkessel herum auf einem "Gemüseweg" (=fast zugewachsener Weg; von Gräsern, großen Blättern und Brennesseln gesäumt) zur Porzehütte. An diesem Tag sind wir ca. 6 Std. gelaufen.

Blick von der Pfannspitze zur Obstanzer Hütte (rechts vom See) Auf der Pfannspitze Blick auf den Kleinen Kinigat
Unterhalb des Großen Kinigat m. Blick auf Kleinen Kinigat Mittagspause mit Blick auf Sextener Dolomiten
   

Dienstag führte der Weg auf das Hochweißsteinhaus (1868 m). Der Weg geht zunächst ohne Schwierigkeiten auf dem Grat auf und ab. Wegen Nebel haben wir bis zum Hochspitzjoch (2314 m) so gut wie nichts gesehen. Direkt danach hat es aufgeklart, nach einer versicherten Steigung wendeten wir uns nach rechts (es gab ja so viele Fußspuren) und bestiegen einen hübschen, namenlosen Gipfel. Da fiel uns auch auf, daß wir schon lange keine Markierung gesehen hatten und wir gingen wieder zurück zum Ende des Anstiegs, wo wir auch den richtigen Weg fanden und unterhalb des Hochspitzes bis zum Steinkarspitz (2524 m) wanderten (einige Abschnitte mit Seilversicherung).
Blick auf den Hochweißstein (Monte Peralba) Weg zur Steinkarspitze
Anschließend wird der Grat verlassen, ab dem Luggauer-Törl (2226 m) führt der Abstieg durch Alpenrosen abwärts und dann wieder auf einem Gemüseweg um den Talkessel herum zum schon lange sichtbaren Hochweißsteinhaus. Zur besonderen Unterhaltung müssen um diese Jahreszeit noch einige steile Schneerinnen (teilweise recht breit) überquert werden und kurz vor der Hütte ist der Weg durch ein Tau mit Knoten versichert (Zitat:"Jetzt fehlt nur noch der Fluß mit einer Liane"). Ohne den Umweg hätten wir den heutigen Weg wohl in 8 Std. geschafft.
Das Hochweißsteinhaus ist eine alte, sehr gemütliche Hütte, in der die Waschbecken noch mitten im Gang sind...

   

Am Mittwoch brachen wir bei wolkenlosem Himmel zur Eduard-Pichl-Hütte (1959 m), seit März 2002 Wolayerseehütte, auf. Der Weg führt zunächst auf das Öfner Joch (2011 m), und dann auf die italienische Seite am Hochweißstein vorbei in ein schönes Tal, mit teilweise zerfallenen Almen. Auch auf diesem Weg blühen wieder die Alpenrosen. Am Ende des Tals geht es hinauf zu einer Einsattelung und dann fast eben oberhalb eines Sees durch eine Geröllwüste zum Giramondo-Paß (1971 m).
Jetzt folgt ein steiler Weg abwärts ins Tal des Wolayerbaches und dann geht es auf einer Forststraße aufwärts zur Hütte am Wolayer-See. Hier gibt es dann keine Bilder mehr - der See lag teilweise vollkommen im Nebel, von der Hohen Warthe war kaum was zu sehen und dann fing es an sich einzuregnen. Dafür gibt's auf der Hütte eine schöne Dusche und das Essen erinnert schon an ein Feinschmecker-Lokal (die Preise dafür auch).

Blick auf die Hüttengipfel Beim Abstieg vom Öfner Joch Das ist *nicht* der Hochweißstein
Alpenrosen Alpenrosen Hochweißstein von Osten (links) Auf einer verlassenen Alm
Kurz vor dem Giramondopass; ganz hinten das Öfner Joch
   

Am Donnerstag sind wir, statt wie geplant wenigstens den Hüttengipfel mitzunehmen, bei Dauerregen über das Valentins-Törl (2138 m) in gut 3 Stunden zur Unteren Valentinsalm (1250 m) abgestiegen bzw. auf langen Schneefeldern abgefahren. Die Alm ist die einzige Übernachtungsmöglichkeit auf der österreichischen Seite auf dem Weg zur Dr. Steinwender-Hütte, da auf dem Plöckenhaus keine Übernachtung mehr möglich ist.
Auf der Alm, bei der es sich eher um einen Berggasthof handelt, kann man sowohl in Zimmern als auch in einem Lager übernachten. Der Kaiserschmarrn ist sehr zu empfehlen, die Portion reicht auch für zwei.

   

Am Freitag ging's bei gemischtem Wetter in gut 8 Stunden zur Dr. Steinwender-Hütte (1750 m). Zuerst über eine Anhöhe zum Plöckenhaus, danach erst eben an einer Alm vorbei, dann steiler und zum Schluß sehr steil über steile Grashänge zum Köderkopf (2176 m).
See in der Nähe des Plöckenhauses Hier konnten wir schon auf der gegenüberliegenden Seite das Ziel sehen - aber erst sind wir den ganzen Talkessel auf Gemüsewegen ausgegangen (hier gab's auch Brennnesseln), dann auf einer Forststraße bis zur Oberen Bischofsalm (1573 m) hinauf, wo wir uns erstmal ein Glas Milch genehmigt haben. Die drohenden, schwarzen Wolken haben uns dann zu einem schnellen Endspurt zur Dr.-Steinwender-Hütte veranlaßt, wo wir nach insgesamt ca. 8 Stunden ankamen. Diese Hütte ist zwar klein, aber sehr schön renoviert.

   

Am Samstag hatten wir uns mit der Strecke bis zum Nassfeld noch einmal einiges vorgenommen (es wurden gute 8 Stunden). Am Morgen war erst strahlender Sonnenschein, dann sind aber wieder schnell Wolken aufgezogen. Gleich am Anfang mussten wir auf dem Weg zur Straniger-Alm (1501 m) einen Gemüseweg gehen, der noch tau-nass war, sodaß wir den Rest des Tages mit naßen Socken in naßen Schuhen laufen mußten. Nach der Straniger-Alm geht es erst auf einem Forstweg und dann auf einem schönen Weg durch Almwiesen zum Rattendorfer Sattel (1783 m). Anschließend lange durch die Schuttfelder südlich des Trogkofels bis zum Rudnigsattel.
Kurz vor dem Rattendorfer Sattel Rückblick auf Findenigkofel in Wolken
Wir merken, daß es Wochenende ist. Der während der Woche sehr einsame Höhenweg ist plötzlich stark begangen. Ob es jedoch lediglich Tages- oder Wochenendausflügler sind oder ob jetzt die Saison richtig begonnen hat, wissen wir nicht.
Ab dem Rudnigsattel hat uns die Zivilisation (?) wieder - wir haben vollen Blick auf das Ski-Gebiet Nassfeld, bei dem anscheinend jeglicher Versuch einer Sommer-Begrünung aufgegeben wurde. Die Bergrücken der Madritschen sind dick mit gelbem Stroh bedeckt, damit man nicht im Schlamm versinkt. Wir müssen nochmal eine Senke durchqueren, zu den Madritschen aufsteigen und dann zum Nassfeld absteigen. Hier übernachten wir in einem Albergo (Zimmer mit Dusche!!!) kurz hinter der Grenze auf der italienischen Seite und beenden die Tour, wie wir sie begonnen haben - mit Pizza.

   

Am Sonntag stiegen wir teils auf der Straße, teils auf Waldwegen, die aber aufgrund von Straßenbau-Maßnahmen und mangelhafter Beschilderung nur mit Hilfe von Einheimischen zu finden waren, nach Watschig ab. Von hier aus fahren wir mit der Bahn über Hermagor, Villach und Salzburg nach München zurück. Auf der Heimfahrt gewittert es stark, das Wetter schlägt um und die nächste Woche ist sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite der Alpen verregnet und kalt. Da haben wir mal wieder Glück gehabt ;-)

Auf der nächsten Seite findet Ihr noch weitere Informationen von mir zum Karnischen Höhenweg.

   
 
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Letzte Änderung am 29.06.2003
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