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An einem schönen August-Wochenende 2001 haben wir zu sechst eine Hochtour auf das Große Wiesbachhorn in den Hohen Tauern unternommen. Sabine, Doris, Dieter und ich kamen aus München; mit Uli und Christoph aus Bad Reichenhall, die etwas später losfuhren haben wir uns erst auf der Hütte getroffen.
Allein das Erreichen des Mooserbodens, der eigentliche Beginn des Hüttenaufstiegs, ist ein Abenteuer für sich. Mit dem Auto kann man über Zell am See und Kaprun bis Kesselfall-Alpenhaus (1033 m) fahren (Anreise per Bahn bis Zell am See und weiter mit dem Bus ist auch möglich). Dort wurde mitten in den Wald ein mehrstöckiges, aber trotzdem relativ unauffälliges Parkhaus gebaut.
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Ab dem Alpenhaus sind wir mit dem Bus durch einen langen Tunnel bis zum Lärchenwand-Schrägaufzug gefahren. Die Fahrt mit diesem Aufzug ist ein absoluter Höhepunkt; wir hatten vorher nicht gewußt, was uns erwartet.
Nach dem Schrägaufzug sind wir wieder in einen Bus eingestiegen und durch Tunnel und am unteren Stausee entlang bis zur Drossensperre des Stausees Mooserboden (2040 m) gefahren. Da ist touristisch einiges geboten, Andenkenläden, Restaurants, Cafès. Es gibt die Möglichkeit, am See zu wandern; auch schon ab der Bergstation des Lärchenwand-Schrägaufzugs (1640 m) gibt es einen schönen Weg zum Mooserboden. |
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Wir waren froh als es endlich zu Fuß weiterging; mußten dann allerdings in der Nachmittagshitze zur Hütte aufsteigen. Auf dem Aufstiegsbild ist die Hütte ganz schwach auf einem Vorsprung links unterhalb des linken großen Schneefeldes und links oberhalb des kleinen Schneefeldes zu erkennen. |
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Nach ca. 2 Stunden sind wir am Heinrich-Schwaiger-Haus (2787 m) angekommen. Das obere Wegstück ist teilweise versichert, bei gutem Wetter aber absolut unproblematisch. Einige Zeit später sind auch Uli und Christoph nachgekommen. Wir hatten uns vorher auf der Hütte angemeldet und das war auch gut so ... Sabine und ich haben das einzige Doppelzimmer erwischt, die anderen noch ein 4 Bett-Zimmer. Und die Hütte war diese Nacht überbelegt!
Nachts bin ich mit Kopfweh aufgewacht, mir war leicht schlecht, morgens hatte ich geschwollene Augen und wollte eigentlich nur noch ins Tal. Eindeutig höhenkrank... Ich habe mich trotzdem beim Frühstück dazugesetzt, dann auch Hunger gekriegt, gegessen, getrunken, das Kopfweh verschwand, die Augen schwollen ab, mir ging's gut und ich habe an diesem Tag den Gipfel ohne eine Andeutung von Kopfweh oder anderen Schwierigkeiten geschafft :-) |
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Wir sind erst recht spät von der Hütte weggegangen. Für den relativ kurzen "Klettersteig", der auf dem unteren Forchezkopf endet, ist ein Set nicht unbedingt notwendig. Nach dem Klettersteig steig man den unverschneiten Grat entlang zum oberen Forchezkopf, anschließend geht es auf dem schneebedeckten Kaindlgrat oder auf dem Weg darunter im Geröll weiter.
Vor der Wieslingerscharte überqueren wir den Gletscher, der hier sogar noch einige Spalten hat. Anseilen war trotzdem nicht notwendig, nur die Steigeisen haben wir wegen des hartgefrorenen Schnees angelegt. |
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Der Gipfelanstieg selber sieht auf den Bildern schwieriger aus, als er wirklich war. Es war nur problematisch, den günstigsten Weg zu finden, um nicht plötzlich im steilen, weglosen Schotter zu stehen. Obwohl wir ziemlich spät dran waren (haben die Hütte erst gegen 8 Uhr verlassen), haben wird das Große Wiesbachhorn (3570 m) doch in vernünftiger Zeit erreicht (ca. 3 Std. ab Hütte).
Mit größerer Höhe weitet sich der Blick nach Westen über die Bratschenköpfe Richtung Oberwalder Hütte und Groß-Glockner.
Der lange, anspruchsvolle und spaltengefährliche Gletscherübergang vom Heinrich-Schwaiger-Haus über die Wieslingerscharte, die Bratschenkopfscharte, den Klockerinsattel, die Gruberscharte, die Keilscharte und die Bockkarscharte zur Oberwalderhütte soll stark ausgeapert und "nicht mehr die reine Freude" sein. |
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Vom Gipfel aus hatten wir einen herrlichen Rundblick, wenn auch ab und zu etwas Nebel aufstieg. Nach Westen sahen wir bis zum Großglockner, im Vordergrund der Vordere (3400 m) und Hintere (3412 m) Bratschenkopf, dahinter die Klockerin (3425). Eine Ersteigung der Bratschenköpfe geht nicht mehr direkt, sondern nur noch ganz rechts im Aufstiegssinn.
Beim Abstieg mußten wir am Gipfelsteilstück wieder den besten Weg durch das Geröll und die Felsen suchen, ansonsten war er problemlos. |
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Auf der Hüttenterrasse haben wir nochmal ausgiebig Pause gemacht und etwas getrunken, bevor wir zum Mooserboden abgestiegen sind. Dort haben wir uns auch nochmal in einem Café in die Sonne gesetzt, bevor wir mit dem Bus zum Kesselfall-Alpenhaus und zu unseren Autos zurückgefahren sind. |
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Mir hat die Tour sehr gut gefallen, man kann sie allerdings kaum noch als Hochtour bezeichnen. Wir hatten im August bis auf den Kaindlgrat und das Gletscherstück keinen Schnee mehr.
In der Hütte sollte man unbedingt frühzeitig reservieren, sie ist nicht sehr gross und das Große Wiesbachhorn ist immer noch sehr beliebt.
Auch ein Ausflug nur zum Mooserboden (Wandermöglichkeit am Stausee) oder bis zur Hütte, die eine sehr exponierte Lage hat (mit Blick auf Kitzsteinhorn, Hocheiser, Hohe Riffl, Johannisberg, Klockerin udn Hinteren Bratschenkopf) lohnt sich.
Die Bilder habe ich alle von Doris und Dieter bekommen.
Folgende Links habe ich noch zum Thema gefunden:
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